|
Schach - Das Spiel der Koenige
Nach Europa kam das Spiel durch die die Iberische Halbinsel erobernden
Araber im 8. Jahrhundert.
Orient und Okzident standen sich keineswegs ständig unter Waffen gegenüber.
Es gab regen kulturellen
Austausch, der von der Kirche nicht nur gutgeheißen wurde. Die erste
Erwähnung des Schachspiels in Europa
findet sich auf einer Geschenkeliste des Emir von Cordoba im Jahr 1010. Das
Spiel fand schnell Verbreitung
in der Oberschicht. Die Einordnung des Schachs seitens der Kirche fiel
zwiespältig aus. Die Belege reichen
von schachspielenden Bischöfen bis zum Verbot des Schachs durch den Trierer
Bischof im Jahr 1310, da er
befürchtete, daß Schach ein Suchtmittel sei.
Am beliebtesten war das Spiel bei Rittern. Bereits im 11. Jh. gehörte es
neben Reiten, Schwimmen, Schießen,
Ringen, Vogelfang und Saitenspiel zu den sieben Künsten der Ritter. Im
Gegensatz zu den anderen Ritterkünsten
war Schach ein Zimmersport für Winterabende und schlechtes Wetter.
Spätestens gegen Ende des 13. Jh. hatte
sich das Schach vom Hofe bis in die Hinterhöfe durchgesetzt. Da die
Kritiker des Spiels einsahen, daß ein Verbot
wirkungslos bleiben müsse, wurde das Spiel geduldet. Den Sinneswandel - vom
Kontra zum Pro - in der
mittelalterlichen Kirche hatte vor allem die sogenannte "Schachmoral"
bewirkt, die in mehreren Büchern gepredigt wurde.
Diese Werke sahen einen Zusammenhang zwischen dem Wirken der Schachfiguren
und menschlichem oder gar göttlichem Tun.
Ein Abbild der göttlichen Weltordnung war das Schach für den im 13 Jh. in
Bamberg lebenden Hugo von Trimberg:
"Diese Welt gleicht einem Spielfeld, denn wie das Schach hat sie Könige,
Grafen, Ritter, Richter und Bauern.
Und ganz so führt Gott mit uns sein Spiel durch. Wer sündigen Gedanken
nachhängt, dem bietet der Teufel stets Schach
und setzt ihm die Seele matt, falls er sich nicht gut zu schützen weiß."
Über die Spielweise des Schachs im Mittelalter ist weniger bekannt als über
die allegorischen Spielarten und Spielereien
der Ritter und Minnesänger mit dem Schach. Die Spielregeln machten das
Spiel träge und ein Matt sehr schwer, da Dame und
Läufer vergleichsweise schwache Figuren waren, die jeweils nur ein Feld auf
einmal gezogen werden durften.
So wurde der "Beraubungssieg" eingeführt: Die Partie galt als verloren,
wenn der König ohne "Gefolgschaft" auf dem Brett stand. Die
Zähigkeit im Spielaufbau förderte das Interesse an Schachproblemen und die
Suche nach Mattbildern. Um das Spiel wieder
interessant zu machen, mußten die Regeln geändert werden.
Zu dieser Zeit waren vor allem in Italien und Spanien immer neue Gangarten
der Figuren ausprobiert worden. Damals herrschten
in verschiedenen Gegenden Europas unterschiedliche Regeln. Trafen sich zwei
Spieler mußten sie sich - wie heute noch die
Doppelkopfspieler - auf gemeinsame Regeln einigen.
Auch um Geld wurde gespielt. "Das Schach ist ein edles Spiel, Niemandem
verdächtig und Jedermann erlaubt, wenn er nur mit Maass
spielt und allein den Sieg erstrebt, aber nicht den Gewinnst". Darin
stimmen die Klagen fast des gesamten Mittelalters überein, und darauf
beziehen sich die Verbote
und Strafedikte. Schach als Wettspiel um geringen, selten auch um größeren
Einsatz, war im Mittelalter die übliche Praxis.
(Zusammenfassung diversen Textmaterials aus dem Internet) |