von Michael Mayer

Inhalt

  1. Zerstörung der Isarbrücke bei Föhring
  2. Die Welfische Siedlung an der Isar
  3. Die neuen Herrscher Munechens
  4. Das hochmittelalterliche Monacensis
    1. Kartenansicht
    2. Der Hauptplatz (Marienplatz)
    3. Die Stadtviertel
    4. Der alte Hof
    5. Die Peterkirche
    6. Simplex Kapella
    7. Die Heiliggeist Kirche
    8. Die Jacobskirche
    9. Das Rechtshaus
    10. Das Franziskanerkloster
    11. Die alte Stadtmauer
    12. Die neue Stadtmauer

I. Zerstörung der Isarbrücke bei Föhring

Bereits um das 10./11. Jahrhundert siedeln Benediktinermönche am heutigen Petersbergl. Sie Kaiser Friedrich der Erste Barbarossa kamen vom Benediktiner Tegernsee. Um die Klosteranlagen entsteht eine kleine Siedlung. Bei den Klostergründen führt eine kleine Furth (eventuell auch ein Holzsteg) über die Isar. Die grosse Isarbrücke, die für Händlerkarren und Fuhrwerke geeignet war befand sich weiter nördlich bei Vöhring. Während die Ländereien um das Kloster zum Herrschaftsgebiet des Herzogs von Bayern gehörten, kontrolierte die Brücke bei Vöhring der Bischhof von Freising. Als Heinrich der Löwe(1129 bis 1195)im Jahre 1155 zum Herzog von Bayern wird, lässt er bei der kleinen Siedlung neben dem Kloster eine steinerne Brücke bauen, die auch für die schweren Salzkarren befahrbar war (diese stand ungefähr an der Stelle der heutigen Ludwigsbrücke). Nach Abschluss der Bauarbeiten zog der Welfe gegen Vöhring und zerstört die dortige Brücke. Den Markt und die Münze Vöhring lässt der Herzog bis auf die Grundmauern niederbrennen. Der Bischhof Otto von Freising brachte die Tat bei seinem Neffen Kaiser Friedrich I. Barbarossa zur Anzeige. Dieser entscheidet beim Augsburger Reichstag im Juni 1158 zu Gunsten des Welfen, da Heinrich der Löwe eine grosse militärische Macht darstellte und Barbarossa in seinem geplanten Kreuzug auf die Unterstützung des Welfen vertrauen wollte. Diese Entscheidung wurde im Augsburger Schied festgehalten und stellt die erste urkundliche Erwähnung Munichens dar. Um den Bischhof von Freising nicht gegen sich aufzubringen, erhält der Freisinger Bischhof fortan ein Drittel der Zoll- und Münz- und Markteinnahmen.

Siegel von Heinrich dem Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen


II. Die Welfische Siedlung an der Isar

Da der Weg der Händler die die Isar überquerten nun durch Munichen ging und wuchs die Siedlung rasch. Aus der ursprünglich kleinen Ansiedlungen vor einem Kloster wird Heinrich der Löwe mit seiner zweiten Frau Mathilde binnen weniger Jahre eine mittelalterliche Stadt. Der Aufschwung wird mit dem im Augsburger Schied verliehenen Marktrecht noch zusätzlich unterstüzt. In den nun folgenden Jahren erhält Munichen die städtische Gerichtsbarkeit. Munichen ist die erste unter Bayerns Herzogstädten, für die ein eigener Judex (Richter) nachzuweisen ist. Schon bereits ein gutes Jahrzehnt nach der Zerstörung der Isarbrücke bei Vöhring, tritt "Hainrich Judex de Munechen" als Zeuge in einer Tardition des Klosters Schäftlarn auf (1169 bis ca. 1171/72). Durch den Handel und den damit in der Stadt vorhandenen Reichtum, wird es bald nötig, die Stadt zu befestigen. Im Jahre 1175 wird aus diesem Grund die erste Stadtmauer gebaut. Sie ist von einem Wassergraben umgeben, der von verschiedenen Isarbächen München war zu diesem Zeitpunkt 17 Hektar gross. Das Zentrum der Stadt bildet der Hauptmarkt (heutiger Marienplatz). Von der Isar kommend betrat man die Stadt durch das "Untere Tor" und verliess sie durch das "Obere Tor" wieder. Südlich war die Stadt durch das "Innere Sendlinger Tor" und nach Norden durch zwei Tore - das innere und das vordere Schwabinger Tor - geschützt. Den kirchlichen Mittelpunkt bildete die damals noch einschiffige romanische Basilika St Peter, die wohl bis zum Bau der Herzogsburg mit Ihrem Pfarrhaus auch für offizielle Anlässe der weltlichen Obrigkeit genutzt wurde. Nachdem Heinrch 1176 Kaiser Barbarossa die Gefolgschaft bei dessen Italienfeldzug verweigerte, wird der Welfe 1179 geächtet. Im Jahre 1180 wird im Reichstag zu Regensburg Heinrich dem Löwe die Herzogtümer Sachsen und Bayern genommen. 1180 erhält Otto von Wittelsbach das Herzogtum Bayern. Im Reichstag zu Regensburg wird auch entschieden, dass Munechen als welfische Siedlung zerstört werden soll und die Brückenstadt Vöhring, nebst Markt und Münze wieder errichtet wird. Doch dazu kommt es nicht. Munechen bleibt die Brückstadt an der Isar und fällt an den Bischhof von Freising.

III. Die neuen Herrscher Munichens

In den folgenden Jahren herrscht der Bischhof von Freising in München. Zwischen ihm und den Wittelsbachern, gibt es einen ständigen Machtkampf um die Vorherrschaft in der Stadt. Die Wittelsbacher führen als seine Vögte unter anderem die Gerrichrtsbarkeit aus. Kaiser Friedrich Barbarossa überreicht am 16.9.1180 Pfalzgraf Otto von Wittelsbach das Herzogschwert Nach Otto von Wittelsbach (1180 bis 1183) folgen Ludwig der Kehlheimer (1183 bis 1231) und Otto II. (1231 bis 1253). Unter Otto dem Zweiten geht die Herrschaft über Munechen nun endgültig an die Wittelsbacher. Ab Ottos Nachfolger Ludwig II. (1253 bis 1294) - genannt der Strenge - ist Munechen nun auch häufiger Sitz des Herzoghofes. Unter Ihm wird ca. 1255 auch mit dem Bau des alten Hofes begonnen (Über einen "herzöglichen Fronhof" oder eine andere Burgstelle wird zwar spekuliert, aber bisher konnt solch ein Gebäude urkundlich nicht nachgewiesen werden. Archäologische Untersuchungen fehlen). Er macht Munechen auch zum festen Herzogsitz und nach der ersten bayerischen Landesteilung von 1255 auch zur Residenzstadt. Die Nachfolge von Ludwig II. dem Strengen treten seine beiden Söhne Ludwig der Bayer und Rudolf an. Die gemeinsame Herrschaft trägt aber nicht wirklich Früchte. München verdankt Rudolf mit der Rudolfinischen Handfeste sein erstes Stadtrecht, das auch von Ludwig anerkannt wird. Da sich Ludwig gegen seinen Bruder durchsetzen kann, verliert Rudolf bald an B edeutung und es beginnt die Herrschaft von Ludwig dem Bayern ...

IV. Ludwig der Bayer - Munechen wird Kaiserstadt

"Er war von schlanker hoher Gestalt, hatte spärliches rotblondes Haar, lebhafte Farben, schien immer zu lächeln, seine Augen waren groß und klar, seine spitze Nase bog sich zum Munde nieder. Seine Wangen waren voll, sein Kinn schlank, sein Hals, der Nacken und die Schultern wohlgebaut, die Arme, Schenkel und Füsse proportioniert. Er war in den Waffen geübt und trat jeder Gefahr kühn entgegen. Aber er überlegte nicht genügend im voraus, änderte rasch seine Entschlüsse und verlor im Unglück leicht den Kopf. Von Manieren war er zum Scherz aufgelegt und leutselig, sein Gang war rasch, auf keinem Sitz, an keinem Platz hielt es ihn lange"


So wird Ludwig der Bayer 1329/30 von dem Paduaner Albertino Mussato beschrieben, einem Gelehrten seiner Zeit und glühendem Anhänger von Papst Johannes XXII., einem der grössten Ludwig der Bayer bei der Lehensgabe an Erzbischof Balduin im Jahr 1339 Gegner Ludwigs. 1282 wird der Wittelsbacher Monarch in München gebohren. 1313 siegt er bei Gammelsdorf ueber die Österreicher und wird daraufhin 1314 von 4 Kurfürsten vor den Toren Frankfurts zum römischen König gekrönt. Friedrich der Schöne von Habsburg wird daraufhin zum gegenkönig ernannt. Die politische Stellung als König festigte Ludwig erst 1322 in der Schlacht von Mühlheim bei Ampfing, in der er mit einem grossen Aufgebot aus dem Städten des Landes gegen Friedrich den Schönen, seinen Jugendfreund, ins Feld zog. In der Schlacht standen Ihm vor allem die deutschen Städte zur Seite und auch die Municher Bürger zogen freilich für Ihren Münchner Monarchen in den Krieg. Sechs Jahre spauml;ter 1328, lässt sich Ludwig von seinem selbst eingesetzten Gegenpapst zum Kaiser krönen lies. WichtigeMeilensteine in der Geschichte Münchens waren der Räumungserlass des Hauptplatzes (heutiger Marienplatz) 1315 und die Verlegung und Bestätigung des Salzrechtes nach München 1332. 1328 Wird München vorübergehend Kaiserstadt undbeherbergt bis 1350 die Reichskleinodien. Die Stadtfarben Münchens wandeln sich in diesem Zeitraum von Rot/Silber(Weiß) zu Schwarz/Gold(Gelb) (Bauer et al.)





Kartenansicht des hochmittelalterlichen Monacensis



Der Hauptplatz (Marienplatz)


Topografische Karte von München
Quelle: Bauer et al.


Topografische Karte von München
Quelle: Behrer


Der Hauptplatz (heutiger Marienplatz) wurde für vielerlei Dinge verwendet. Auf ihm waren in erster Linie Wochenmärkte und feste Märkte zu finden. Vor der Räumung des Platzes 1315 durch Anordnung Ludwig des Bayern ist eher von einzelnen Gassen zwischen Häuserreihen zu sprechen als von einem großen zusammenhängenden Platz. nach der Befreieung des Platzes von störenden Bebauungen diente er auch als Übungsplatz für Wehrübungen der Sagitari oder als Turnierplatz.

Die Stadtviertel




Der alte Hof




Die Peterskirche




Simplex Kapella




Die Heiliggeist Kirche




Die Jacobskirche




Das Rechtshaus




Das Franziskanerkloster




Die alte Stadmauer




Die neue Stadtmauer




Quellenverzeichnis

Bauer et al. 1988: Weltstadt München, meine Heimat. Olympa-Turm-Verlag
Behrer 2001: Das unterirdische München. Buchendorfer Verlag
Hirschbold 1971: Unsere Weltstadt München
Bary: Herzogdienst und Bürgerfreiheit. Hugendubel


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