Lederbearbeitung

Leder war von der Antike bis zu Entwicklung des Kunststoffes im 20.Jhdt. neben Eisen einer der wichtigsten Rohstoffe für Gebrauchsgegenstände aller Art. Für einen Anhänger des düsteren Mittelalters wird es keinen Weg um die Lederbearbeitung herumgeben. Wer allerdings ein bischen genäht hat und stolz auf seine selbsterstellten Utensilien blickt, gewinnt sehr schnell Spaß an der Bearbeitung dieses schönen Materials.



  1. Wenn das Leder verstärkt werden muß (Beispielsweise bei Gürteln oder ähnlich belasteten Dingen), empfiehlt sich das Verkleben und Vernähen der beiden oder mehreren Lederteile. Die Formen werden zunächst mit ca. 5 mm Zugabe aus dem Rohleder herausgeschnitten. Anschließend werden die einzelnen Lederteile mit Kleber verleimt. Beim Leimen ist auf eine gleichmäßige Verteilung des Klebers auf dem Material zu achten. Am besten gibt man ganze Batzen Leim auf das Leder und verstreicht das ganze mit einem Messer. Das ganze muß kurz antrocknen (2 bis 3 Minuten). Nun werden die Lederteile aufeinandergeklebt und am bestem mit einem schweren Gegenstand aufeinander gepresst. Als Klebstoff empfiehlt sich Pattex wegen seiner Elastizität und Klebkraft auf Leder.
  2. Als nächtes muß das Leder vernäht werden, denn der Klebstoff löst sich bei feuchtem Wetter leider sehr schnell auf. Leder kann aufgrund seiner zähen und dicken Eigenschaften nicht direkt mit einer Nadel genäht werden, wie es bei normalen Stoffen der Fall ist. Jedes Loch muß einzeln mit einer Lederahle vorgestochen werden. Vernäht wird das Leder nach mehreren Nähmustern deren fachgerechten Namen ich leider nicht kenne.
  3. Mit dieser Stichart kann man Leder relativ schnell vernähen. Der Vorteil dieses Musters liegt darin, daß der Zwirn an jedem einzelnen Loch doppelt vernäht wird und damit die Naht noch immer zusammenhält, wenn irgendwann einmal der Faden reisst. Allerdings sieht die Naht optisch nicht sehr schön aus, da bei jedem zweiten Loch der Zwirn eine doppelte Naht bildet. Der Faden kann bei diesem Stich auch sehr straff angezogen werden.
  4. Optisch ist dieses Muster schöner. Allerdings kann der Faden nur begrenzt straff gezogen werden, da sich das Leder in seiner gesamten Länge zusammenzieht. Reisst einmal irgendwo der Faden, fädelt sich dieser Stich auch sehr schnell aus der gesamten Naht.
  5. Dieser Stich sieht nur auf einer Seite optisch sauber aus. Er eignet sich nur für Näharbeiten, bei denen nur eine Seite der Naht sichtbar ist (z.B. Taschen). Der Faden wird hier wie bei Muster 3 gut vernäht und kann gut straff gezogen werden.
  6. Die wohl aufwendigste Methode, nach der handelsübliche Nähmaschinen arbeiten. Zwei Faden bilden eine Schlaufe im Loch. Optisch beidseitig fantastisch anzusehen, löst sich aber bei gerissenem Faden schnell auf und der Faden kann auch nicht sehr straff gezogen werden. Dieses Stichmuster ist nur für Verzierarbeiten geeignet, bei denen beide Seiten der Naht sichtbar sind.
  7. Normalerweise sollte an den Lederteilen immer darauf geachtet werden, daß Nähte am besten nicht sichtbar sind. Sollte dies nicht möglich sein, oder die Naht aus optischen Gründen offen liegen, ist dieses Muster ideal.
  8. Das meine ich mit "Die Naht soll nicht sichtbar sein". Die Lederteile werden vernäht und dann gewendet. Dabei ist darauf zu achten, daß am besten mit Stich 3 oder 5 genäht wird, denn der Faden muss sehr straff angezogen werden. Beim Wenden der Teile wird die gesamte Naht auseinandergezogen. Wenn dabei der blanke Faden zwischen den Lederteilen sichtbar wird, sieht das nicht sehr gut aus und es löst sich auch sehr schnell auf.


Bruder Michaels Lederwerkzeug


Ein paar Dinge muß sich der Hobbysattler schon zulegen, bevor er wirklich an die Lederbearbeitung rangehen kann. Die Kosten für die Ausrüstung sind jedoch nicht sonderlich hoch.
    Eine Schere, am besten eine schwere Schneiderausführung, denn dickes Leder ist sehr zäh und lässt sich mit einer "Fingernagelschere" schlecht bearbeiten.
    Einen Satz Nadeln. Dabei ist eigentlich auf nichts zu achten. Der Faden muß durch das Öhr passen ( Ach nee! Anni ). Ledernadeln sind nur bei sehr dünnem Leder sinnvoll, denn durch ihre Schneiden können sie sich alleine durch dünnes Leder bohren. Dabei schneiden die Ledernadeln eher die Fäden als das Leder auf. Bei allen dickeren Ledern muß vorgestochen werden.
    Als Faden Zwirn oder Kunstsehnen verwenden. Soll das Ganze auch noch wind- und wetterfest werden, dann am besten einen gewachsten Zwirn.
    Eine Lederahle bekommt man beim Lederfachgeschäft oder man nimmt einen Vorstecher aus dem Baumarkt und schleift eine lange, dünne Spitze an.
    Als Kleber eignet sich am besten Pattex, da dieser Leder sehr gut klebt und auch noch elastisch ist.
    Einen Hammer braucht man immer wieder für Ziernieten oder Locheisen.
    Eine Ösenzange bekommt man in jedem Kaufhaus und wird bnenötigt um Ösen in Löcher zu quetschen. Bei manchen Universalmodellen sind auch noch Locheisen integriert, mit denen die Löcher für die Ösen einfach gestanzt werden können.
    Ansonsten gibt es auch noch das einfache Locheisen, das mittels eines Hammerschlags ebenfalls Löcher für Ösen in das Leder stanzt.
  © by Darkness & MaYmI