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Lederbearbeitung 
Leder war von der Antike bis zu Entwicklung des Kunststoffes im 20.Jhdt. neben
Eisen einer der wichtigsten Rohstoffe für Gebrauchsgegenstände aller
Art. Für einen Anhänger des düsteren Mittelalters wird es keinen
Weg um die Lederbearbeitung herumgeben. Wer allerdings ein bischen genäht hat
und stolz auf seine selbsterstellten Utensilien blickt, gewinnt sehr schnell
Spaß an der Bearbeitung dieses schönen Materials.
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Wenn das Leder verstärkt werden muß (Beispielsweise bei Gürteln oder
ähnlich belasteten Dingen), empfiehlt sich das Verkleben
und Vernähen der beiden oder mehreren Lederteile. Die Formen werden zunächst
mit ca. 5 mm Zugabe aus dem Rohleder herausgeschnitten. Anschließend werden
die einzelnen Lederteile mit Kleber verleimt. Beim Leimen ist auf eine gleichmäßige
Verteilung des Klebers auf dem Material zu achten. Am besten gibt man ganze Batzen
Leim auf das Leder und verstreicht das ganze mit einem Messer. Das ganze muß kurz
antrocknen (2 bis 3 Minuten). Nun werden die Lederteile aufeinandergeklebt und am bestem
mit einem schweren Gegenstand aufeinander gepresst. Als Klebstoff empfiehlt sich
Pattex wegen seiner Elastizität und Klebkraft auf Leder.
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Als nächtes muß das Leder vernäht werden, denn der Klebstoff löst
sich bei feuchtem Wetter leider sehr schnell auf. Leder kann aufgrund seiner zähen
und dicken Eigenschaften nicht direkt mit einer Nadel genäht werden, wie es
bei normalen Stoffen der Fall ist. Jedes Loch muß einzeln mit einer Lederahle
vorgestochen werden. Vernäht wird das Leder nach mehreren Nähmustern deren
fachgerechten Namen ich leider nicht kenne.
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Mit dieser Stichart kann man Leder relativ schnell vernähen. Der Vorteil
dieses Musters liegt darin, daß der Zwirn an jedem einzelnen Loch doppelt vernäht
wird und damit die Naht noch immer zusammenhält, wenn irgendwann einmal der
Faden reisst. Allerdings sieht die Naht optisch nicht sehr schön aus, da bei
jedem zweiten Loch der Zwirn eine doppelte Naht bildet. Der Faden kann bei diesem
Stich auch sehr straff angezogen werden.
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Optisch ist dieses Muster schöner. Allerdings kann der Faden nur begrenzt
straff gezogen werden, da sich das Leder in seiner gesamten Länge zusammenzieht.
Reisst einmal irgendwo der Faden, fädelt sich dieser Stich auch sehr
schnell aus der gesamten Naht.
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Dieser Stich sieht nur auf einer Seite optisch sauber aus. Er eignet sich nur für
Näharbeiten, bei denen nur eine Seite der Naht sichtbar ist (z.B. Taschen).
Der Faden wird hier wie bei Muster 3 gut vernäht und kann gut straff gezogen
werden.
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Die wohl aufwendigste Methode, nach der handelsübliche Nähmaschinen arbeiten.
Zwei Faden bilden eine Schlaufe im Loch. Optisch beidseitig fantastisch anzusehen,
löst sich aber bei gerissenem Faden schnell auf und der Faden kann auch nicht
sehr straff gezogen werden. Dieses Stichmuster ist nur für Verzierarbeiten geeignet,
bei denen beide Seiten der Naht sichtbar sind.
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Normalerweise sollte an den Lederteilen immer darauf geachtet werden, daß Nähte
am besten nicht sichtbar sind. Sollte dies nicht möglich sein, oder die Naht aus
optischen Gründen offen liegen, ist dieses Muster ideal.
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Das meine ich mit "Die Naht soll nicht sichtbar sein". Die Lederteile werden vernäht
und dann gewendet. Dabei ist darauf zu achten, daß am besten mit Stich 3 oder 5
genäht wird, denn der Faden muss sehr straff angezogen werden. Beim Wenden der
Teile wird die gesamte Naht auseinandergezogen. Wenn dabei der blanke Faden zwischen den
Lederteilen sichtbar wird, sieht das nicht sehr gut aus und es löst sich auch sehr schnell auf.
Ein paar Dinge muß sich der Hobbysattler schon zulegen, bevor er
wirklich an die Lederbearbeitung rangehen kann. Die Kosten für die
Ausrüstung sind jedoch nicht sonderlich hoch.
Eine Schere, am besten eine schwere Schneiderausführung, denn dickes
Leder ist sehr zäh und lässt sich mit einer "Fingernagelschere"
schlecht bearbeiten.
Einen Satz Nadeln. Dabei ist eigentlich auf nichts zu achten. Der Faden
muß durch das Öhr passen ( Ach nee! Anni ). Ledernadeln sind nur bei sehr dünnem
Leder sinnvoll, denn durch ihre Schneiden können sie sich alleine durch dünnes
Leder bohren. Dabei schneiden die Ledernadeln eher die Fäden als das Leder auf. Bei allen dickeren Ledern muß vorgestochen werden.
Als Faden Zwirn oder Kunstsehnen verwenden. Soll das Ganze auch noch wind-
und wetterfest werden, dann am besten einen gewachsten Zwirn.
Eine Lederahle bekommt man beim Lederfachgeschäft oder man nimmt einen
Vorstecher aus dem Baumarkt und schleift eine lange, dünne Spitze an.
Als Kleber eignet sich am besten Pattex, da dieser Leder sehr gut klebt und
auch noch elastisch ist.
Einen Hammer braucht man immer wieder für Ziernieten oder Locheisen.
Eine Ösenzange bekommt man in jedem Kaufhaus und wird bnenötigt
um Ösen in Löcher zu quetschen. Bei manchen Universalmodellen
sind auch noch Locheisen integriert, mit denen die Löcher für die
Ösen einfach gestanzt werden können.
Ansonsten gibt es auch noch das einfache Locheisen, das mittels eines Hammerschlags
ebenfalls Löcher für Ösen in das Leder stanzt.
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